300,000 Disabled Workers in Germany Earn Two Euros an Hour — Rights Groups Demand Reform
Rund 283.000 Menschen mit Behinderung arbeiten in Deutschland in Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) und verdienen im Durchschnitt 233 Euro im Monat — umgerechnet weniger als zwei Euro pro Stunde. Das ist rechtlich zulässig, weil Werkstattbeschäftigte als in einem "arbeitnehmerähnlichen Rechtsverhältnis" stehend eingestuft werden und nicht als reguläre Arbeitnehmer, wodurch sie außerhalb des Mindestlohngesetzes stehen. Der deutsche Mindestlohn liegt seit Januar 2026 bei 13,90 Euro pro Stunde.
Der UN-Ausschuss für die Rechte von Menschen mit Behinderungen fordert Deutschland bereits seit 2014 auf, das System auslaufen zu lassen. Deutschland hat dies wiederholt abgelehnt.
Die Debatte gewann am 8. Mai 2026 neuen Schwung, als die populäre Satiresendung ZDF Magazin Royale enthüllte, dass ihr eigenes Werbe-Merchandise in solchen Werkstätten hergestellt worden war. Die Folge mit dem Titel "Grundi-Gate: Ausbeutung Made in Germany" ging viral und löste Forderungen nach Reformen von Politikern, Gewerkschaften und der Zivilgesellschaft aus.
Die Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF) hat rechtliche Schritte gegen das Entgeltsystem eingeleitet. Das BMAS, das Bundesarbeitsministerium, schloss im Mai 2026 einen Dialogprozess zur Reform ab.
Private Initiativen — darunter Projekte aus Dortmund — zeigen, dass echte inklusive Beschäftigung mit vollem Lohn erreichbar ist, doch diese Modelle wurden bislang nicht landesweit skaliert.
Quellen: BAG WfbM, ZDF Magazin Royale, GFF, BMAS, kobinet-nachrichten.org