Facts: Germany's Sheltered Workshops for People with Disabilities
Was sind sie?
Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) sind Arbeitsplätze, die Menschen mit Behinderung vorbehalten sind. Sie sind formal Teil des deutschen Rehabilitationssystems — nicht des Arbeitsmarkts.
Wie viele Menschen arbeiten dort?
Rund 283.000 Menschen (Stand 2023). Die Zahl stieg von 278.000 im Jahr 2014 auf einen Höchststand von 294.000 im Jahr 2019, bevor sie leicht zurückging.
Was verdienen sie?
Durchschnittliches monatliches Entgelt: rund 233 Euro (2024). Das entspricht etwa 2 Euro pro Stunde.
Deutschlands gesetzlicher Mindestlohn (2026): 13,90 Euro pro Stunde.
Warum gilt kein Mindestlohn?
Werkstattbeschäftigte werden in einem "arbeitnehmerähnlichen Rechtsverhältnis" eingestuft, nicht als reguläre Arbeitnehmer. Das stellt sie außerhalb des Arbeitsrechts und des Mindestlohngesetzes.
Was sagt die UN?
Der UN-CRPD-Ausschuss fordert Deutschland seit 2014 auf, das System auslaufen zu lassen und in echte Inklusion auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu investieren. Deutschland hat dies abgelehnt.
Wie hoch ist die Übergangsquote?
Nur 0,1–0,2% der Werkstattbeschäftigten wechseln jährlich in reguläre Beschäftigung.
Was passiert gerade?
- Die "Grundi-Gate"-Folge des ZDF Magazin Royale (Mai 2026) löste eine landesweite Debatte aus
- Die Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF) hat rechtliche Schritte gegen das Entgeltsystem eingeleitet
- Das BMAS schloss im Mai 2026 einen Dialogprozess zwischen Bund, Ländern und Kommunen zur Reform ab
- Die BAG WfbM (Branchenverband) hat zwei Reformmodelle vorgeschlagen: ein Grundeinkommensmodell und ein Arbeitnehmerstatus-Modell mit Mindestlohn
- Private Inklusionsunternehmen und Dortmunder Forschungsprojekte zeigen, dass inklusive Beschäftigung mit vollem Lohn erreichbar ist
Quellen: Deutsches Institut für Menschenrechte · BAG WfbM · BMAS · GFF · ZDF Magazin Royale · Sozialforschungsstelle Dortmund · kobinet-nachrichten.org